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"CASH IS KING"  -   Blickwinkel und Betrachtung

 

Eine aufschlussreiche Studie der ehemaligen Dan & Bradstreet (heute Bisnode D&B) schloss damit, dass
45% der Insolvenzen vor allem gut laufende Betriebe treffe: Trotz intaktem Geschäftsgang und gesunder
Kundenbasis mit nachgefragten Angeboten. Hauptgrund war immer wieder versiegende Liquidität - nicht
selten über längere Zeiträume, die sie in eine Spirale der Insolvenz trieb. Eigentlich schade.

 

Nur in Ausnahmen kennen Betriebe ihre betriebliche Wertschöpfung. Etwa alle an Börsen kotierte Firmen.
Dieses (hoffentlich) positive Mass ist, aus eigener Kraft neue und zusätzliche Flüssige Mittel aus dem Betrieb
zu erschaffen. Damit schafft das Kerngeschäft, 
mehr Cash zu generieren, als es zum Betrieb selber benötigt.
Leider steht diese Aussage so nicht in der Erfolgsrechnung, egal wie man sie liesst. Betriebliche Wertschöpfung,

auch Cash Flow betrieblich genannt, ist aber im dritten Teil des Abschluss, der Mittelflussrechnung oder Cash
Flow Rechnung zentrale Aussage. Sie stellt diese Wertschöpfung (Fluss der Mittel oder Cash Flow) dar und legt
ihr Augenmerk auf diese und damit verbundene Aspekte einfach und übersichtlich dar.

 

Damit zielen die Kernaussagen der Mittelflussrechnung auf die folgenden Bereiche ab:

 

1. Geldgeber/Eigentümer wollen einfache Gewissheit:
    Schafft das Unternehmen mehr und neues Geld, als es zum Betrieb verbraucht?

 

2. Was macht die Firma mit dem geschaffenen Mehrwert, der Liquidität:
    Investitionen, Geldaufnahme, Schuldentilgung oder Dividende?

 

 

Cash Flow Statement, ein Kompass namens Mittelflussrechnung 

 

Die Mittelflussrechnung oder Cash Flow Statement genannt ist etwas überspitzt das Aschenputtel
der Geschwister Bilanz und Erfolgsrechnung. Sie ist am einfachsten als Teil des Abschlusses zu lesen.
Als der aufschlussreichster Teil eines Abschlusses praktisch nur bei Grossfirmen, die am Finanzmarkt
Geld über Aktien oder Kredite beschaffen, im Einsatz. Weil sie Verbleib, Entwicklung und Verwendung
der finanziellen Mittel in der betrachteten Zeit erklärt, will kein Investor - also als Unternehmer aber
ohne direkte Einsicht ins Unternehmen selber, sondern als blosser Geldgeber - darauf verzichten.

Die Anfänge dieses Abschlussteiles reichen zwar 150 Jahre in die 1850er zurück. Bis heute findet
sie vorwiegend und mit wenigen Ausnahmen vorwiegend Einsatz in kotierten oder am Kapitalmarkt
finanzierten Firmen. Offensichtlich interessiert nur diese Investoren dieses ideale Instrument, um
rasch und zuverlässig einzuschätzen, wie es um die betriebliche Gesundheit des Investments und
Firma steht. Darum ist sie heute weltweit auf allen Finanzplätze fix Bestandteil des Abschlusses.
Doch sind Firmeninhaber der eigenen KMU etwas anderes als Investoren? Und nicht Zwang sondern
wegen aus Nutzen dieser Errungenschaft gehört dieses Instrument in den Alltag des Unternehmers.

Während die doppelte Buchhaltung bereits 500 Jahre im Einsatz ist, reichen die ersten Gedanken der
Mittelflussrechnung ins Jahr 1863. Ganz unabhängig von einander suchten gleichzeitig zwei Firmen in
weit entfernten Orten in GB und USA, Ihren Geldgebern glaubhaft zu erklären, wo das überlassene und
eingebrachte Kapital, also den Flüssigen Mitteln geschehen war. Während bislang meist gute Worte
reichen mussten, machte die steigende Kapitalisierung die Kapitalbeschaffung zentral. Erst 1980 boten
über 10% aller Firmen der Fortune 500 Amerikas in ihrer Berichterstattung etwas in der Art heutiger
Mittelflussrechnungen an.

Doch denken Sie an Fälle, wo schleichende Margenschwund oder ungeplante Ersatzinvestitionen anstehen.
Gewagte Erweiterungen entschieden sind oder laufend steigende Betriebsausgaben bei gleich bleibendem
oder nur moderat wachsendem Geschäftsgang. Hier nur einige Ausprägungen des Phänomens Cash Burn,
also im Verbrauch und Abnahme der Geldmittel. Der heute verbreitete Wettbewerb der Verdrängung bietet
dafür optimales Umfeld,  um für eines der aufgezählten Varianten Opfer zu werden. Solchen Vorgängen ist
gemeinsam, dass sie zwar Flüssige Mittel laufend reduzieren, sie nagen aber nicht schnell am eigentlichen
Lebensnerv der Firma, der Liquidität. Das verleitet häufig, auf bessere Zeiten hoffen, bis es eng oder eben
zu eng wird.

Selbst Umsatzsteigerungen und Expansion binden zunächst beträchtliche finanzielle Mittel und das über
verschiedene Stufen: Im Einkauf, in der Produktion (wo vorhanden), im Lager und schliesslich auch in
Form von länger ausstehenden Kundenforderungen, nämlich neue und vor allem unbekannte Kunden.

Dazu kommt, dass viele Lieferanten nicht Ersatz der eigenen Hausbank sein wollen. Bei Lieferanten als
Grosskonzerne (eben börsenkotierte oder an Kapitalmärkten finanzierte) führt dies zu einer straffen
Bewirtschaften der Forderungen - auch und vor allem weil über die Mittelflussrechnung die dazu
relevanten Daten aus ihrem Berichtswesen verfügbar sind. Wir raten Ihnen im Übrigen wenn immer
möglich von solchen Möglichkeiten der Finanzierung grundlegend ab. Lesen Sie aber mehr dazu auf
unserer Seite Working Capital Management.

Doch schauen wir nun auf die zentrale Aussage, die als betrieblicher Cash Flow bezeichnet wird.
Damit ist also die in FLÜSSIGEN MITTELN ausgedrückte Geldschöpfung der Firmentätigkeit gemeint.
Darum ist der Cash Flow etwas grundlegend anderes als etwa Bruttogewinn oder EBIT. Beide
Vertreter aus der Erfolgsrechnung sind zwar gut zur Beurteilung einiger Aspekte etwa Rückschlüsse
auf Kalkulation. Doch für angekündigte (Erklärungsbeispiele unten) Übernahmen haben diese
nicht gedient. Denn weder Bruttogewinn noch EBIT stehen so als Zahlmittel für eine Übernahme
zur Verfügung. Zahlungskraft und Finanzierungsmöglichkeiten sind in erster Linie die verfügbaren
aber auch die selbst erarbeiteten und frei verfügbaren Mittel pro Geschäftsjahr. Genau diese stehen
nur durch nicht ausgegebene 
Mittel zur Verfügung - und das steht als Cash Flow ausgewiesen.

Darum ist der Einbezug der Mittelflussrechnung in die eigene und vorerst interne Berichterstattung
eine wichtige Verbesserung Ihrer Ausgangs- und Faktenlage, die in Form des Abschlusses möglich ist.
Damit macht sich der Abschluss erst nutzbar bei der Führung des Unternehmens. Wie ein Logbuch
registriert die Mittelflussrechnung alle alltäglichen, einmaligen oder gewöhnlichen Geschehnisse der
Periode. Dabei liesst sich die eingetroffene Entwicklung auch über Perioden hinweg in Form von Trends.
Das bringt auch die Gründe auf den Tisch (etwa Margenerosion, Sensitivität des Umsatzes bei
Preisveränderungen oder anderen Einflüssen wie auch  Vergleiche innerhalb der Branche). Diese
Eigenschaften macht sie zu einem idealen Führungsinstrument und zum echten Frühwarnsystem.

Seine objektive und von steuerlichen wie anderen Gründen nicht  beeinflusste Darstellung der
Entwicklung eignet sich erst zu klaren Vergleichen mit Vorjahren, Budget oder Plandaten. Die frühe
Erkennung von Trends wie Fehlentwicklungen ist eine grosse Stärke. Gerade das Erkennen macht
auch die rechtzeitige Korrektur erst möglich. Darum hilft sie, Ziele besser zu verfolgen und erreichen.

Die Summe all dieser Vorteile macht die Mittelflussrechnung in jedem Unternehmen unverzichtbar.
Geht es um Strategie- wie Risikobeurteilung stehen damit wichtige Fakten zur Verfügung. Aber
gerade wenn weder Börse noch Kapitalmarkt die eigenen Mittel stärken kann, sollte der Umgang
damit um so wichtiger sein.

Die Information wie die objektive Darstellung der Sachverhalte, die aus der Mittelflussrechnung
ableitbar sind, können selbst schematisch und übersichtlich dargestellt werden:

 

 

Hier vereinigen sich unterschiedliche und entscheidende Kenngrössen. Diese Angaben helfen
Ihnen in der Einschätzung und Steuerung der Firma. Erst der Zugang zu dieser Information
macht eine nachhaltige Planung der Zukunft möglich, die über eine reine Betrachtung der
Finanzen hinaus reicht. Damit schafft man sich betrieblich ausgerichtete und auf das Führen
der Firma ausgerichtete wichtige Entscheidungsgrundlagen. Damit steuern Sie zielsicher die
wichtigsten Bereiche und Prozesse der Firma – nicht bloss verlässlich sondern vor überprüfbar.

In Anspielung auf die Manipulierbarkeit eines jeden buchhalterischen Ergebnisses und mit
Bezug auf den Nutzen der Geldflussrechnung als Selbsteinschätzungsinstrument wie auch
als Quelle bei der Bewertung von Investitionen sagte einst der Vater der sogenannten
Shareholder-Value-Theorie, Alfred Rappaport,

                                         "profit is opinion, cash is fact".

 

Zwei renomierte Erklärungsbeispiele illustrieren nachfolgend beispielhaft das Gesagte und
zeigten deutlich, wie gross Unterschiede zwischen Bruttogewinn, EBIT und CASH FLOW sein
können:

 

Novartis 2010:                                          Nestlé 2011:

Cash Flow         15'893 MCHF                       Cash Flow                   9'763 MCHF

Bruttogewinn    40'392 MCHF                       Bruttogewinn             39'643 MCHF

EBIT                11'526 MCHF                        EBIT                         12'471 MCHF

 

Die obigen Angaben sind Auszüge aus den publizierten Jahresabschlüssen zu den entsprechenden
Geschäftsjahren und sind über die Bereiche Investor Relation auf den öffentlich zugänglichen Firmen
-Seiten frei zugänglich und damit nachprüfbar.

 

 

Wir versprechen was wir liefern.
Und liefern das Versprochene.